Japan_Matsumoto_Krähenburg

Weich und gut sind wir in Tokio gelandet. Wir passieren die Stadt und machen uns auf den Weg in Richtung Matsumoto, was in etwa der Mitte von Japans Hauptinsel Honshu liegt.

Nach elfstündigem Flug landen wir um 6 Uhr morgens Ortszeit in Tokio. Es ist schwül und hat rund 26 Grad. Wir schwitzen in unseren dicken Jacken, die wir im Flugzeug an hatten. Langsam gehen wir in Richtung Immigration und reihen uns in die Schlange der Ankömmlinge ein. Zuvor wird uns Fieber gemessen – ganz virtuell. 20 Minuten später stehen wir vor dem Gepäckband. Jemand hat unsere Rucksäcke schon fein säuberlich daneben gestellt, es sind die letzten Gepäckstücke und wir werden direkt angesprochen, ob es unsere seien. Wir verstauen die dicken Jacken darin und gehen in die Vorhalle.

Hier müssen wir noch bis 7:45 Uhr warten, bis das Japan-Rail-Ticket-Office öffnet. Anschießend tauschen wir unsere Zugpass-Gutscheine, reservieren Plätze für den nächsten Zug nach Matsumoto um und nehmen anschließend die Monorail zum Bahnhof in Tokio. Das geht rasend schnell – nur 30 Minuten braucht der Zug vom Flughafen Haneda.

Japan_am BahnsteigAm Bahnhof versuchen wir aus den Kanshi-Zeichen zu lesen, auf welchem Gleis unser Zug fährt – doch leider ohne Erfolg. Aber eine freundliche Bahnangestellte hilft uns weiter. Am Gleis sind bunte Linien auf den Boden gezeichnet. An jeder Stelle, an der sich eine Zugtür befindet: rot steht für erste Klasse, grün für zweite Klasse. Man reiht sich an der Stelle ein, an der sich der Waggon befindet, für den man gebucht hat und wartet. Kommt der Zug an, gehen zwei Putzleute hinein und reinigen in Sekundenschnelle die Waggons. Außerdem drehen sie die Sitzreihen in Fahrtrichtung um. Betritt man den Zug ist er blitzeblank geputzt. Die Sitze sind bequem und bieten sehr viel Beinfreiheit. Selbst die Toiletten sind sauber – und vollautomatisch. Es gibt Wasserspülungen für jede Körperöffnung, ein eingebauter Föhn trocknet nach. Wer möchte, kann die Sitzheizung betätigen.

Unsere Fahrt nach Matsumoto dauert rund drei Stunden. Der Zug fährt in Richtung Westen und entfernt sich immer mehr von Tokio. Die Häuser werden flacher, immer mehr Grün ist zu sehen. Einmal steigen wir um und spüren die etwas kühlere Luft, denn es geht in die Berge.

Japan_Bahnsteig_erste und zweite KlasseStreifzug durch Matsumoto

In Matsumoto angekommen ist es allerdings wieder schwülwarm. Wir geben unser Gepäck im Super Hotel ab, das seinem Namen alle Ehre machen wird. Check-in ist erst um 15 Uhr, also spazieren wir mit müden Augen durch Matsumoto. Wir lassen uns treiben durch große Straßen mit bunten Schildern und kleinen Gassen mit eng aneinander gereihten Häusern. Kabelsalat an Strommasten. Besonders hübsch ist die Nakamachi Straße. Kleine Häuser säumen den Weg.Traditionelles japanisches Haus Handwerksgeschäfte, Restaurants und Cafés stehen hier nebeneinander und laden ein zum Flanieren.

Wir überqueren den Metoba-Fluss über eine der vielen kleinen Brücken und gelangen zur Nawate Straße. In diesem historischen Straßenzug gibt es viele kleine Geschäfte, die Lebensmittel oder Kunsthandwerk verkaufen. Dahinter steht der Yohashira Schrein und strahlt eine angenehme Ruhe aus.

Die schwarze Krähenburg

Müde gehen wir weiter zur Krähenburg. Sie wurde 1539-1594 gebaut und ist Japans älteste Burg. Pechschwarz ist sie, eine rote Brücke führt über den sie umgebenden Wassergraben. Ihren Namen hat sich dem schwarzen Anstrich zu verdanken. Fünf übereinanderstehende Dächer besitzt diese Burganlage.

Krähenburg in Matsumoto_3Wir setzen uns auf eine Bank im Park, der die Krähenburg umgibt und genießen den Schatten. Die Augen fallen uns beinahe zu, also gehen wir zurück zum Hotel und checken ein. Unser Hausschuhe im HotelZimmer ist zwar klein, aber sehr sauber und es gibt alles, was man braucht und noch vielmehr: Schönheitsprodukte für Damen, Einwegzahnbürsten, Pyjamas und sogar ein Kissen dürfen wir wählen und entscheiden uns für bequeme Nackenkissen. Am Eingang des Zimmers stehen Slipper. Auf dem Teppich ist vermerkt, dass der Bereich direkt hinter dem Eingangsbereich nur mit diesen Hausschuhen betreten werden soll.

Zum Abendessen verlassen wir das Super Hotel wieder. Wir suchen ein Restaurant, in dem es auch Vegetarisches zu essen gibt. Wie vermutet, wird dies aber schwierig. Zwar gibt es in jedem Restaurant eine bebilderte Karte, die schreckt mit Fleisch- und Fischgerichten jedoch eher ab. Direkt am Bahnhof finden wir dann doch einen kleinen Imbiss. Mit Händen und Füßen stimmen wir uns ab und ich bekomme ein wunderbares Gemüsegericht mit Reis.

Anschließend gehen wir zurück zum Hotel und schlafen bis zum nächsten Morgen. Endlich!

Slideshow zu Matsumoto

 

 

 

 

 

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